Schrauben retten Leben: In der Medizintechnik gelten besondere Anforderungen an Verbindungselemente
Schrauben sind in der Medizintechnik keineswegs einfache Standardkomponenten. Sie sind hoch spezialisierte Verbindungselemente, die oft unter extremen mechanischen und chemischen Bedingungen funktionieren müssen. Ein Versagen dieser Teile kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein. Sebastian Tellke vom Vertrieb der Daniel Gruppe erklärt, warum die Qualität der Verbindungsteile über die Güte Ihrer Medizintechnik entscheidet.
Warum die Anforderungen an Schrauben in der Medizintechnik besonders hoch sind
Stellen Sie sich ein Pflegebett vor: Ein Patient steigt ein, wird transportiert, liegt stundenlang darin. Das Bett wird täglich desinfiziert, geschoben und mechanisch beansprucht. Jedes Verbindungselement in diesem Bett muss diesen Belastungen standhalten – zuverlässig, dauerhaft, ohne Ermüdung.
„In der Medizintechnik geht es um Leib und Leben. Da herrschen von Grund auf andere sicherheitsrelevante Anforderungen an die Verbindungen als bei einer Maschine oder einem Möbelstück.“
– Sebastian Tellke, Vertrieb der Daniel Gruppe
Der Unterschied zu anderen Branchen liegt in der Konsequenz eines Versagens. Eine korrodierte Oberfläche, eine ermüdete Verschraubung, ein falsch dimensioniertes Verbindungselement – all das kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein. Deshalb gelten für Schrauben in der Medizintechnik deutlich höhere Sicherheitsanforderungen als in anderen Branchen.
Fehlen einige dieser „Vokabeln“, entstehen Missverständnisse. Bei Sonderteilen wiegt das besonders schwer, weil Interpretationsspielraum bei individuellen Teilen direkt zu Fehlern führt.
Die passende Verbindung für Ihr medizintechnisches Produkt
Schrauben in der Medizintechnik müssen besonderen Anforderungen entsprechen. Wir beraten Sie zu Material und Fertigungsverfahren und erstellen eine technische Zeichnung. Damit Sie sich währenddessen ganz entspannt auf Ihr Fachgebiet fokussieren können.
Lassen Sie uns in den Austausch über Ihre Verbindungsteile gehen!
Telefon +49 5741 3480-0
Mail: info@daniel-gruppe.de
„Technische Zeichnungen sind eigentlich so etwas wie eine eigene Sprache, mit der jemand in China genauso arbeiten kann wie jemand in Deutschland, in Frankreich oder in den USA.“
– Christian Meistrell,
Technik und QS bei der Daniel Gruppe
Die Legierung macht den Unterschied
Sebastian Tellke erklärt: „Edelstahl ist korrosionsbeständiger (rostfrei) und eignet sich damit hervorragend für feuchte Umgebungen. Außerdem ist er widerstandsfähiger gegen viele Reinigungsmittel.“ Welches Material sich für Ihr Verbindungsteil am besten eignet, hängt vom Einsatzort ab:
- Edelstahl eignet sich für Umgebungen mit Feuchtigkeit, Laugen und aggressiven Desinfektionsmitteln. Je nach Einsatzbedingungen muss der Edelstahl individuell zusammengesetzt sein.
- Speziallegierungen kommen dort zum Einsatz, wo extreme Temperaturen oder besondere chemische Bedingungen herrschen.
- Beschichtungen und Oberflächenbehandlungen schützen zusätzlich vor Korrosion und erhöhen die Lebensdauer.
Temperatur als unterschätzter Faktor für Schrauben und Verbindungsteile
Auch die Umgebungstemperatur beeinflusst die Materialeigenschaften erheblich. Tellke berichtet aus der Praxis: „Einer unserer Kunden setzt seine Produkte extremer Kälte aus. Bei minus 20 Grad wird Stahl spröde – die Schrauben müssen deutlich größer dimensioniert werden, weil das Material sich völlig anders verhält.“ Dieses Beispiel verdeutlicht: Selbst vermeintlich einfache Parameter wie die Einsatztemperatur entscheiden über den Aufbau eines Verbindungselements.
Normteile vs. Sonderteile – hier liegt die echte Herausforderung
DIN-Normteile: Bewährt und standardisiert
DIN-Normteile sind genormt, weltweit vergleichbar und seit Jahrzehnten am Markt verfügbar. Eine Sechskantschraube mit metrischem Gewinde ist überall gleich – unabhängig vom Hersteller. Für viele Anwendungen reicht das aus.
Zeichnungs- und Sonderteile: individuell entwickelt
Der größere und spannendere Bereich sind jedoch die Zeichnungsteile. Diese Sonderteile existieren noch nicht – wir konstruieren sie gemeinsam mit Ihnen.
„Für Zeichnungs- und Sonderteile erarbeiten wir Ihnen das beste Paket – technisch überzeugend, wirtschaftlich bezahlbar und am Markt umsetzbar.“
– Sebastian Tellke, Vertrieb Daniel Gruppe
So stellen wir die Qualität der Verbindungselemente zuverlässig sicher: In 3 Schritten
Die Qualität der Schrauben und Verbindungsteile in der Medizintechnik muss dokumentiert, rückverfolgbar und nachweisbar sein.
1. Verbindungsteile werden auf mehreren Ebenen geprüft
Die Qualitätssicherung erfolgt in einem mehrstufigen Prozess:
- Beim Hersteller: Zertifizierte Partner fertigen nach definierten Standards und dokumentieren jeden Schritt.
- Bei der Daniel Gruppe in Lübbecke: Wir prüfen die Dokumente, vermessen Teile und erstellen Ihnen eine Zusammenfassung.
- In Ihrem Unternehmen: Sie prüfen die Muster und geben den Prototypen für die Serienanfertigung frei.
2. Konformität und Nachweispflichten: Höchste Sicherheit für Ihre Verbindungselemente
Alle Hersteller müssen nachweisen, dass keine besorgniserregenden chemischen Stoffe in den Produkten enthalten sind. Konformitätserklärungen und Zertifikate stehen Ihnen offen zur Verfügung. Außerdem können wir die Verbindungsteile bis zum Vormaterial zurückverfolgen – eine zentrale Anforderung in sicherheitskritischen Branchen.
3. Verpackung als Qualitätsmerkmal
Auch die Verpackung spielt eine Rolle. Tellke berichtet: „Ich habe mal ein Projekt betreut, bei dem die Schrauben im Produkt sichtbar waren. Hierfür wurden sie extra lackiert und einzeln in Kunststoffblister verpackt, damit die Oberfläche makellos beim Kunden ankommt.“
Je nach Anforderung liefert die Daniel Gruppe beispielsweise:
- Einzeln in Kunststoffblistern – für makellose Oberflächen im Sichtbereich
- Vormontiert in Tütchen mit Etikett – für direkte Weiterverarbeitung
- In Gitterboxen auf Paletten – für Produktionslinien mit sehr großen Volumina
Beispiel aus der Praxis: 100 Tonnen Material für Krankenbetten
Wie umfangreich solche Projekte werden können, zeigt ein konkretes Beispiel aus der Praxis. Die Daniel Gruppe lieferte geschweißte Unterrahmen für Krankenbetten – insgesamt 100 Tonnen Material in sechs bis sieben 40-Fuß-Containern.
„Das war über mehrere Jahre ein laufendes Projekt. 100 Tonnen Material, Container für Container. Das macht einen auch stolz, wenn man so etwas begleiten darf“, erinnert sich Tellke.
Dieses Projekt verdeutlicht die Bandbreite: Von der einzelnen Spezialschraube bis zur Großserie geschweißter Baugruppen bietet die Daniel Gruppe den kompletten Weg – Konstruktion, Produktion und Kanban-Logistik.
Von der ersten Idee zur Serienproduktion
Der Weg vom Konzept zur fertigen Schraube verläuft in klar definierten Phasen. Je früher Sie einen technischen Partner einbinden, desto effizienter und sicherer gestaltet sich der Prozess.
Die 5 Phasen der Entwicklung
- Konzeptphase: Sie bringen eine Idee oder ein bestehendes Produkt mit, das überarbeitet werden soll. Gemeinsam definieren wir erste Anforderungen.
- Entwicklung: Wir optimieren bestehende Entwürfe und entscheiden gemeinsam über Material, Herstellungsverfahren und Dimensionierung.
- Prototypen und Muster: Freigabemuster werden gefertigt und vermessen. Sie testen diese auf Herz und Nieren.
- Testphase: Wir werten die Ergebnisse aus und nehmen letzte Anpassungen vor.
- Serienstart: Nach beidseitiger Freigabe beginnt die Produktion der Großserie.
„Bei der ersten Verarbeitung kann es zu nachträglichen Anpassungen kommen. Deshalb empfehle ich immer, Freigabemuster anfertigen zu lassen, bevor die Großserie startet.“
– Sebastian Tellke, Vertrieb Daniel Gruppe
Fazit: Warum die Verbindungen über Qualität in der Medizintechnik entscheiden
In der Medizintechnik gibt es kein akzeptables Restrisiko bei Verbindungselementen. Sie müssen besonderen Belastungen standhalten und Sicherheitsnormen erfüllen. Die Voraussetzung dafür ist ein Partner, der Ihre Bedürfnisse versteht und sie in eine langlebige Lösung übersetzt. Die Daniel Gruppe bietet Ihnen Konstruktion, Prototyping, Prüfung, Produktion und Logistik aus einer Hand.
„Wer in der Medizintechnik Verbindungselemente benötigt, braucht keinen Katalog. Sondern einen Partner, der zuhört, mitdenkt und mit Ihnen gemeinsam die beste Lösung entwickelt.“
– Sebastian Tellke, Vertrieb Daniel Gruppe
Ein Sonderteil lohnt sich, wenn Normteile die funktionalen Anforderungen nicht zuverlässig erfüllen (z. B. spezielle Kopfform, definierte Einbausituation, zusätzliche Sicherungsfunktion, besondere Reinigungs-/Sterilisationsanforderungen) oder wenn die Gesamtkosten über den Lebenszyklus hinweg sinken sollen. Oft ist die Sonderlösung wirtschaftlicher, weil sie die Montage vereinfacht, Ausfallrisiken senkt oder Bauraum spart.